Mein perfekter Tag in Kiel

Der Musiker und Literat Heinz Rudolf Kunze freut sich immer wieder, wenn er auf Tournee nach Kiel kommt, auch sein Management sitzt in der Hafenstadt. Mit dem neuen Album „Die Gunst der Stunde“ feiert er sein 30-jähriges Bühnenjubiläum.

 

 

9:30 Uhr

Im Non Solo Pane, einem angenehmen Café-Restaurant mit guter Küche aus überwiegend regionalen Zutaten, lasse ich mir das Frühstück schmecken. Mit den ersten Frühlingssonnenstrahlen kann man sich dank kuscheliger Decken und Felle auf den Stühlen auch an die Tische draußen wagen.

 

10:30 Uhr

Danach bietet sich ein Spaziergang im Schrevenpark mit seinem idyllischen Teich an. Weiter geht’s zum Kleinen Kiel, einem flachen, durch eine Brücke zweigeteilten Binnengewässer, in dem sich Kiels Wahrzeichen spiegelt, der 106 Meter hohe Rathausturm. Im Stil eines italienischen Campanile erbaut, sieht er aus wie von Venedig an die Ostsee verpflanzt. Von oben hat man eine fantastische Aussicht über Stadt und Meer.

 

12:00 Uhr

Jetzt will ich Seeluft schnuppern und Schiffe gucken, schließlich erstreckt sich der natürliche Tiefwasserhafen bis mitten in die Stadt. Riesige Kreuzfahrtschiffe, Fähren, Frachter, Schlepper und traditionelle Segler kann man direkt vom Ufer aus beobachten, zum Beispiel am Schwedenkai. Noch schöner ist es, auf einem "Fördetörn" mittendrin zu sein und die Stadt vom Wasser aus zu sehen. Die Hafenrundfahrt, die an der Bahnhofsbrücke startet, dauert rund zwei Stunden. Wer mehr Zeit hat, kann sich mit den Schiffen der "Color Line" sogar auf eine dreitägige Mini-Kreuzfahrt nach Oslo und zurück begeben.

 

15:00 Uhr

Wieder festen Boden unter den Füßen. Da tut es gut, ein paar Schritte zu gehen. Über die Holstenstraße – übrigens 1953 als Deutschlands erste Fußgängerzone eingerichtet –, bummele ich vorbei an Cafés und Geschäften bis zum Alten Markt und esse dort einen Happen. Dann werfe ich einen Blick in die Nikolaikirche aus dem 13. Jh. Im Inneren des nach dem Krieg wiederaufgebauten Backsteinbaus warten ein monumentales Bronzetaufbecken von 1344 und ein sechs Meter hohes Triumphkreuz aus dem 15. Jh.

 

16:30 Uhr

Ganz klar, dass sich eine so  meerverbundene Stadt wie Kiel ein exquisites Schifffahrtsmuseum leistet. Es  ist unmittelbar am Hafen in der alten Fischmarkthalle untergebracht und gibt interessante Einblicke in die Geschichte der Seefahrt und des U-Boot-Baus, der in Kiel Tradition hat. Drei Oldtimerschiffe sind an der Museumsbrücke zu besichtigen – auch für Landratten wie mich ein Erlebnis!

 

18:00 Uhr

Immer an der Kiellinie entlang, wie die schöne Uferpromenade hinter dem Ostseekai heißt, laufe ich bis zum Bar-Restaurant Louf, in dem man jederzeit etwas zu essen  bekommt und von der Terrasse aus die Förde mit ihren ein- und auslaufenden Schiffen bestens im Blick hat.

 

19:30 Uhr

Es wird Zeit, dass ich mich in die Sparkassen-Arena aufmache. In der ehemaligen Flugzeughalle, die auch Heimat des mehrmaligen deutschen Handballmeisters THW Kiel ist, finden in toller Atmosphäre zahlreiche Sport-, Musik- und Comedy-Veranstaltungen statt. Meine Auftritte hier genieße ich immer sehr! Schade, dass Kiel nicht auf dem aktuellen Tourplan steht.

 

23:00 Uhr

Um den Abend entspannt ausklingen zu lassen, empfiehlt sich ein Drink auf der neuen Roof Lounge Bar Deck 8 des Hotels Atlantic. Von der umlaufenden Terrasse aus lasse ich mit einem Cocktail in der Hand noch einmal die Aussicht auf die Förde auf mich wirken, diesmal mit tausend Lichtern auf dem nachtschwarzen Wasser.